Was "bringt" die Deichrückverlegung?

Damit ist meist die Frage gemeint, wieviel Entlastung die Rückverlegung des Deiches für den Fluss im Hochwasserfall bringt, d.h um wieviele Zentimeter der Wasserspiegel des Flusses durch die Aufweitung des Abflussquerschnittes niedriger ausfällt. Dazu gibt es in diesem Projekt sehr umfangreiche Voruntersuchungen, in denen die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe die Auswirkungen der Rückverlegung mit verschiedenen Modellen und Rechenverfahren untersucht hat.

Je nach Höhe eines Hochwassers fällt der Unterschied zur Nullvariante (= Zustand ohne Deichrückverlegung) unterschiedlich aus:

  HQ 1-2
1500m3/s
HQ 3-5
2300m3/s
HQ 20-25
3250m3/s
Abflussanteil Rückverlegungsgebiet 8,6 % 27,5 % 36 %
Differenz zur Nullvariante 9,2 cm 28 cm 38,9 cm

Tabelle zusammengestellt nach: "Untersuchungen der Rückdeichung bei Lenzen mit einem zweidimensionalen-hydrodynamischen numerischen Modell, Bundesanstalt für Wasserbau 2002", Tabelle 4.1 (Abflussanteile) und 4.2 (Wasserspiegeldifferenzen);
HQ 1-2 = Hochwasserabfluß bei einem statistisch gesehen alle 1-2 Jahre auftretenden Hochwasser

Der Effekt fällt am größten nahe der ersten Deichöffnung (am Bösen Ort) aus und vermindert sich bis zum unterstromigen Ende der Rückverlegung. Unterhalb der Deichrückverlegung hat diese keine Auswirkungen auf die Wasserspiegellage mehr. Flussaufwärts setzt sich der positive Effekt mit zunehmender Entfernung vermindert fort, so dass in Wittenberge noch ein Maximaleffekt von 5 cm erreicht wird. Daraus wird auch klar, dass diese Maßnahme einen deutlichen, aber regional wirkenden Effekt hat. Um die gravierenden Hochwasserprobleme der Elbe zu lösen, sind deshalb zwingend weitere Deichrückverlegungsmaßnahmen erforderlich. Eine große Aufgabe für die Zukunft, für die dieses Projekt schon jetzt wichtige Erfahrungen beigetragen hat.“

 

Die Rückverlegung des flussnahen Elbedeiches Beseitigung der Engstelle und Entlastung des Bösen Ortes
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